Hallux Valgus:

Auch Schiefzehe oder Frostballen. (→Wikipedia)

Die Entstehung eines Hallux Valgus ist etwas komplizierter: Durch das Absinken des vorderen Quergewölbes verändern sich letztendlich die Winkel und die Muskelzüge so (v.a. die des M. adduktor hallucis), dass schließlich der erste Mittelfußknochen in eine Varusstellung geschoben und die große Zehe in die schiefe Valgusstellung gezogen wird.

Dieses Absenken des Quergewölbes passiert in aller Regel ganz schleichend wenn die Fuß- und Wadenmuskulatur zu kurz und zu fest ist. Die Erklärung, die Ursache sein ein zu schwaches Bindegewebes, halte ich für viel zu kurz gegriffen. Das Bindegewebe allein kann das Quergewölbe genauso wenig halten wie das Längsgewölbe. Dazu braucht es die Muskulatur. Wenn die Muskulatur aber selbst nicht mehr in der Lage ist, diese Funktion zu erfüllen, dann können die bindegewebigen Strukturen des Fußes die Gewölbe gar nicht halten und diese sinken in der Folge dann ab.

Passive Hilfen, wie zum Beispiel Einlagen, signalisieren aber den Muskeln, dass sie gar nicht so viel arbeiten müssen. Langfristig können Einlagen also nur ein Hilfsmittel für größere Belastungen sein und sind dafür auch wichtig. Sie verändern aber nichts an der Ursache, nämlich der Dysbalance der Fuß- und Unterschenkelmuskeln und tragen bei ständiger Anwendung eher zu einer Chronifizierung bei.

Muskeln, die oft schon viele Jahre oder Jahrzehnte von myofaszialen Triggerpunkten durchsetzt sind, die dadurch zu fest und zu kurz sind und notgedrungen auch zu spät und zu wenig aktiv werden, können den Fuß gar nicht mehr stabilisieren und die passiven Strukturen (meistens Bänder und Gelenke) leiden darunter. Die Lösung aus meiner Sicht ist eine myofasziale Therapie vor allem der Unterschenkel- und Fußmuskulatur. Gegebenenfalls müssen Knie- und Hüftmuskulatur mit einbezogen werden.

Myofasziale Triggerpunkte sind regelmäßig in überlasteten Muskeln zu finden. Diese Muskeln sind dann kaum noch erfolgreich zu trainieren und neigen gerade auch im Fuß und in der Wade immer wieder zu Verkürzungen. In dem Umfang, in dem die  myofaszialen Triggerpunkte behandelt und damit inaktiviert werden, können die betroffenen Muskeln wieder „freier“ arbeiten und langsam auch wieder in eine normale Funktion „hineintrainiert“ werden. Der Fuß kann nach und nach wieder besser stabilisiert und bewegt werden. Die Bänder und Gelenke können sich wieder erholen.

Wenn ein Hallux valgus anfängt zu entstehen, wird leider von Patienten und Ärzten so lange gewartet, bis eine OP wirklich notwendig ist. Ist der Hallux Valgus nämlich erst einmal so weit fortgeschritten, dass zum Beispiel das Großzehengrundgelenk fast zerstört ist, dann mag eine OP vielleicht sehr sinnvoll sein. Aber warum so lange warten? Aus meiner Erfahrung lässt sich die Situation bei frühzeitigem Therapiebeginn sehr gut stabilisieren, eventuell sogar wieder umkehren.

Ist ein Fuß erst einmal operiert, dann gilt übrigens genau das gleiche: sind die Muskeln weiterhin zu kurz und zu rigide, wird auch der operierte Fuß wieder unter der muskulären Dysbalance leiden und ein hoffentlich positives Operationsergebnis gefährden! Wenn also eine OP notwendig sein sollte, braucht es aus meiner Erfahrung heraus ebenfalls eine gründliche myofasziale Behandlung, um ein gutes Ergebnis leichter zu ermöglichen und zu stabilisieren.

Ebenso ist es wichtig, nach unterhaltenden Faktoren zu suchen. Diese können eine Überlastung der Wadenmuskulatur immer wieder provozieren. Dazu gehören unter anderem Laufstil, Schuhwerk, gewohnheitsmäßige Haltungen und einiges mehr.

Heilpraxis Eisenschmidt: Hallux Valgus

Eine gezielte und funktionelle myofasziale Triggerpunktdiagnostik und Behandlung kann das Muskelsystem des Fußes wieder in die Lage versetzen, die Gewölbe des Fußes ausreichend zu halten und vermeidet bzw. vermindert so den unphysiologischen Zug auf die große Zehe.

Sprechen Sie mich an, ich helfe Ihnen gern weiter. Oder nutzen Sie bequem das Kontaktformular.

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Für eine gründliche Untersuchung und gegebenenfalls eine gezielte Schmerztherapie erreichen Sie mich unter Telefon: 089 - 411 56 432. Oder Sie nutzen bequem mein Kontaktformular.

Witere Informationen finden Sie unter: Schmerztherapie | Triggerpunkt-Therapie

Falls Sie weiter weg wohnen: hier finden Sie eine Liste von ausgebildeten Triggerpunkt-Therapeuten auf den Seiten der internationalen Triggerpunkt-Akademie.

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2 Kommentare

  1. Leopold Müller

    Interessanter Beitrag zum Thema Hallux. Gut zu wissen, dass Laufstil, Schuhwerk, gewohnheitsmäßige Haltungen und andere Faktoren bei der Bildung eine Rolle spielen. Ich leide auch darunter und überlege derzeit meinen Hallux operieren zu lassen.

    Antworten
    • René Eisenschmidt

      Dann viel Glück für die OP, falls Sie sich dafür entscheiden.

      Und behalten Sie im Hinterkopf, dass die Muskeln, welche die veränderte Biomechanik verursacht haben, ebenso behandelt werden sollten! Das bringt Ihnen eine oft bessere Wiederherstellung nach der OP und sichert deren Ergebnis nachhaltig. Ich hab diese Seite zum Thema Hallux Valgus dahingehend ein wenig aktualisiert.

      Antworten

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