Jeder Schmerz lässt sich auf übergroße Anhänglichkeit zurückführen

Wir leiden, wenn wir verlieren, woran wir hängen. Was wahrhaft verbunden war, kann nie aufgelöst werden, und die Liebe, die wir gegeben haben, wird nie verloren gehen. Der entscheidende Punkt, der uns vor Schmerzen bewahren kann, ist unsere Bereitschaft, übertriebene Anhänglichkeit und knebelnde Bindungen hinter uns zu lassen. Unsere Entschlossenheit, immer wieder Verbindungen zu knüpfen, ohne uns dabei zu knebeln, macht es uns möglich, einerseits die Menschen, mit denen wir ständig umgehen, wie auch unsere Lebensumstände zu genießen, andererseits aber nicht darunter zu leiden, wenn sich Menschen oder Lebensumstände ändern.

Wo auch immer du an etwas leidest, spüre der Frage nach, woran du dich gekettet hast. Sei bereit loszulassen. Überprüfe auch, ob du zurzeit an etwas sehr hängst, denn das wird die Quelle zukünftigen Leidens sein. Wenn du bereit bist, deine Anhänglichkeiten aufzugeben, wirst du spü­ren, dass es wieder vorangeht. Du kannst all das empfangen und genie­ßen, woran du dich nicht gekettet hast. Nicht-Verhaftetsein nimmt dei­nen Erfahrungen den Schmerz.

Chuck Spezzano – aus dem Buch: Wenn es verletzt, ist es keine Liebe.


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